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Das Outing
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Das Outing (englisch The Puppy Episode âDie Welpen-Episodeâ) ist eine Doppelepisode aus der vierten Staffel der US-amerikanischen Comedy-Fernsehserie Ellen. Darin outet sich die Hauptfigur Ellen Morgan, dargestellt von der Schauspielerin Ellen DeGeneres, als lesbisch. Die Folge wurde am 30. April 1997 durch das Network ABC erstausgestrahlt und hat einen realen Hintergrund, da es bereits vor der Ausstrahlung monatelange öffentliche Diskussionen ĂŒber eine mögliche HomosexualitĂ€t von DeGeneres gab. ABC hatte das Thema der Folge am 3. MĂ€rz 1997 bekanntgegeben; DeGeneres hatte am 14. April 1997 ihr Coming-out.
Die Doppelfolge wird als wichtiges Element der US-amerikanischen LGBT-Popkultur angesehen, da Ellen Morgan die erste lesbische Hauptfigur in einer US-Fernsehserie war. Trotz mitunter negativer Kritiken unmittelbar nach der Ausstrahlung wurde die mit zwei Emmys ausgezeichnete Folge infolgedessen vor allem in den Vereinigten Staaten zu einem kulturellen und gesellschaftlichen PhÀnomen.
Contents
âą Handlung
âą Produktion
âą Vorgeschichte
âą Schreibprozess
âą Rezeption
âą Auszeichnungen
âą Anmerkungen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Handlung
Ellen bereitet sich auf eine Verabredung mit Richard vor, mit dem sie auf dem College befreundet war. Dieser ist als Reporter tĂ€tig und hĂ€lt sich fĂŒr Recherchearbeiten in der Stadt auf. Die beiden essen in einem Restaurant gemeinsam zu Abend und unterhalten sich ĂŒber ihren Alltag, als Richards Vorgesetzte Susan an ihren Tisch kommt, um etwas mit ihrem Angestellten zu besprechen. Auf Ellens Einladung hin isst sie gemeinsam mit den beiden den Nachtisch, die beiden Frauen verstehen sich sofort sehr gut. Nach dem Essen begleitet Ellen Richard in sein Hotelzimmer. Als er aufdringlich wird, geht Ellen und trifft im Flur auf Susan. Susan bietet ihr an, sie auf ihr Zimmer zu begleiten, was Ellen annimmt. Die beiden unterhalten sich ĂŒber den Abend, als Ellen Susan fragt, ob sie schon einmal eine Verabredung mit Richard hatte, antwortet diese, dass sie sich nicht mit MĂ€nnern trifft. Auf Ellens Nachfrage erwĂ€hnt Susan, dass sie lesbisch ist und dachte, dass Ellen ebenfalls homosexuell wĂ€re. Ellen ist von diesem Verdacht empört, bestreitet Susans Vermutung und versichert mehrmals, dass sie heterosexuell sei. Sie verlĂ€sst das Zimmer, geht zu Richard, kĂŒsst ihn heftig und möchte mit ihm schlafen.
Am nĂ€chsten Tag wollen Ellens Freunde Details ĂŒber die Verabredung erfahren. Sie erzĂ€hlt ihnen, dass sie und Richard groĂartigen Sex miteinander hatten. Allerdings beichtet sie spĂ€ter ihrer Therapeutin die Wahrheit: Sie konnte sich nicht zu Geschlechtsverkehr mit Richard durchringen. Als sie von ihrer Therapeutin gefragt wird, ob es bei einer ihrer vielen flĂŒchtigen Bekanntschaften schon einmal âklickâ gemacht habe, antwortet Ellen mit dem Namen Susan.
Als Ellen von Richard erfĂ€hrt, dass er die Stadt frĂŒher als geplant verlassen wird, macht sie sich sofort auf den Weg zum Flughafen. Dort trifft sie auf Susan und sagt ihr, dass ihr Verdacht korrekt war. Da Susan möchte, dass Ellen direkter ist, sagt diese ihr nach einigem Zögern, dass sie lesbisch ist. Die anderen Anwesenden bekommen das GestĂ€ndnis mit, weil Ellen versehentlich in die PA-Anlage spricht. Susan ist ĂŒber Ellens Offenheit erfreut und teilt ihr mit, dass sie im Gegensatz zu Richard noch ein paar Tage in der Stadt verbringen wird.
Die zweite HĂ€lfte der Folge beginnt mit einem Traum Ellens. Sie kauft ein und wird im Supermarkt seltsam behandelt: Sie bekommt einen speziellen Rabatt auf Wassermelonen, ihre SexualitĂ€t wird den anderen Kunden per Durchsage mitgeteilt, und sie sieht eine Warteschlange fĂŒr homosexuelle Frauen, die durch ein pinkfarbenes Dreieck mit der Aufschrift â10 lesbians or lessâ gekennzeichnet ist. Als sie dies mit ihrer Therapeutin bespricht, gibt Ellen zu, dass sie Variationen des Traums öfter hat. Daher kommt die Therapeutin zu dem Schluss, dass Ellen ihre wahre SexualitĂ€t nicht mehr unterdrĂŒcken darf, und rĂ€t ihr zu einem Coming-out gegenĂŒber ihren Freunden. Ellen vertraut sich zunĂ€chst ihrem offen schwulen Nachbarn Peter an, der ihr Mut machen möchte und erzĂ€hlt, dass seine Eltern nach seinem Coming-out im Vorschulalter zunĂ€chst nicht mit ihm einverstanden waren, ihn nach einer Weile aber voll und ganz unterstĂŒtzt haben. Als Ellens Freunde kommen und sie sich ziert, ihnen die Wahrheit zu sagen, outet Peter sie schlieĂlich versehentlich. Ihr Freundeskreis reagiert Ă€uĂerst positiv auf Ellens GestĂ€ndnis, bis auf Paige, die mit dieser neuen Erkenntnis ĂŒber ihre beste Freundin Schwierigkeiten zu haben scheint.
Bald darauf bekommt Ellen in ihrer Buchhandlung Besuch von Susan. Sie sagt Ellen, dass sie etwas fĂŒr sie empfindet, allerdings möchte sie sich nicht von der Frau trennen, mit der sie seit vielen Jahren in einer Beziehung lebt. Susan reist schlieĂlich ab, was Ellen traurig stimmt. Um sie aufzumuntern, besuchen Ellens Freunde mit ihr ein Lesben-CafĂ©, dort verschlechtert sich Ellens Laune, da eine Kellnerin nicht mit ihr, sondern mit Paige flirtet.
Im Abspann unterschreibt Ellen einen Vertrag, woraufhin Melissa Etheridge Susan einen Toaster ĂŒberreicht, da sie erfolgreich eine Frau ârekrutiertâ hat.cite-ref-1[Anm. 1]
Produktion
| Figur | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Ellen Morgan | Ellen DeGeneres | Claudia Lehmann |
| Paige Clark | Joely Fisher | Ranja Bonalana |
| Joe Farrell | David Anthony Higgins | Andreas Fröhlich |
| Audrey Penney | Clea Lewis | Katharina GrÀfe |
| Spence Kovak | Jeremy Piven | Uwe BĂŒschken |
| Peter Barnes | Patrick Bristow | Santiago Ziesmer |
| Gastauftritte | Gastauftritte | Gastauftritte |
| Richard | Steven Eckholdt | |
| Susan | Laura Dern | |
| Therapeutin | Oprah Winfrey | Martina Treger |
| Mitarbeiter im Supermarkt | Billy Bob Thornton | Elmar Gutmann |
| Kundin im Supermarkt | Jenny Shimizu | |
| Kassiererin / SĂ€ngerin / Janine | k.d. lang | |
| Mitarbeiterin im Supermarkt | Demi Moore | Sabine Walkenbach |
| Kassiererin | Gina Gershon | Sabine Walkenbach |
| attraktive Frau | Jorja Fox | |
| Einpacker im Supermarkt | Dwight Yoakam | |
| Barrett | Jack Plotnick | |
| Frau im Café | Leisha Hailey | |
| Frau im Café | Kathy Najimy | |
| Melissa Etheridge | Melissa Etheridge | |
Vorgeschichte
Bereits zum Ende der dritten Staffel Ă€uĂerten mehrere Executive Producer der Serie gegenĂŒber dem Autorenstab ihr Missfallen darĂŒber, dass die Hauptfigur Ellen Morgan, anders als in damaligen Sitcoms ĂŒblich, keine lĂ€ngeren Beziehungen und nur selten Verabredungen hatte. Michael Eisner, zu dem Zeitpunkt Chief Executive Officer von Disney, dem ABC-Mutterunternehmen, schlug den Drehbuchautoren vor, dass Ellen, wenn es schon keinen Mann in ihrem Leben gĂ€be, sich doch wenigstens einen Welpen (engl. puppy) kaufen könnte. Mark Driscoll, einer der Autoren und Produzenten der Episode, kommentierte spĂ€ter gegenĂŒber der Schriftstellerin Kathleen Tracy, die im Jahr 2005 ein Sachbuch ĂŒber DeGeneres veröffentlichte, dass die Begeisterung der Verantwortlichen ĂŒber diesen Vorschlag ein Anhaltspunkt dafĂŒr war, wie sehr der Serie etwas Markantes fehlte.cite-ref-2[1]
DeGeneres nahm dies zum Anlass, Autoren und Produzenten der Serie im Mai 1996 zu sich nach Hause einzuladen. Dort eröffnete sie den Anwesenden, dass sie sich bald in der Ăffentlichkeit outen wolle und aus diesem Anlass ihre Serienfigur ebenfalls ihr Coming-out haben sollte. Zwar wussten sowohl ihre Familienmitglieder als auch viele Autoren der Sitcom von ihrer sexuellen Orientierung, die DeGeneres stets als rein privat betrachtet hatte. Allerdings entschloss sie sich, wie sie es kurz vor der Ausstrahlung der Episode in einem Interview mit Diane Sawyer schilderte, nach den Worten der Verantwortlichen dazu, mit ihrer HomosexualitĂ€t offen umzugehen, da sie sich nicht mehr âversteckenâ und mit sich selbst âim Reinenâ sein wollte. Zudem war sie davon ĂŒberzeugt, dass die Zuschauer nun bereit wĂ€ren, eine homosexuelle Hauptfigur zu akzeptieren, was einige Jahre davor wahrscheinlich nicht der Fall gewesen wĂ€re. AuĂerdem sei der Wunsch der Produzenten nach einer Beziehung fĂŒr Ellen Morgan nur durch ein Coming-out der Figur möglich gewesen.cite-ref-3[2]
Im Sommer desselben Jahres baten DeGeneres (die die Idee zur Folge hatte) und die Autoren ABC erstmals darum, eine Episode produzieren zu dĂŒrfen, in der die Hauptfigur Ellen Morgan sich als homosexuell outet.cite-ref-0-4-0[3] Die Muttergesellschaft Disney wurde ebenfalls von diesem Vorhaben unterrichtet, da ABC einige Jahre vorher mit dem Thema HomosexualitĂ€t eine negative Erfahrung gemacht hatte. Im Jahr 1989 hatten ABC und somit auch Disney Geld (nach einigen Quellen bis zu einer Million US-Dollar) verloren, da in einer Folge der ABC-Serie Die besten Jahre ein gleichgeschlechtliches Paar zu sehen war und sich mehrere Sponsoren weigerten, die Serie weiterhin zu finanzieren. Deshalb wollte sich ABC bereits vor einer möglichen Ausstrahlung die Zustimmung des Mutterunternehmens sichern.cite-ref-0-4-1[3]
Eigentliche Produktion
Sowohl Disney als auch ABC genehmigten schlieĂlich nach mehreren Monaten die Produktion einer Episode ĂŒber das Coming-out der Hauptfigur. Allerdings wurde der erste Drehbuchentwurf der Folge abgelehnt, da er laut Dean Valentine, einem Verantwortlichen von Disney, nicht weit genug ging. Gil Junger, der Episodenregisseur, berichtete spĂ€ter, dass den Autoren ab diesem Zeitpunkt eine relativ groĂe kĂŒnstlerische Freiheit beim Schreiben der Folge zugesprochen wurde.cite-ref-03-5-0[4] Jonathan Stark, einer der Episoden-Autoren, wĂ€hlte als Anspielung auf Eisners Vorschlag The Puppy Episode als Titel fĂŒr die Folge.cite-ref-0-4-2[3]
Nachdem der finale Drehbuchentwurf von Disney bewilligt wurde, gab ABC am 3. MĂ€rz 1997 in einer Stellungnahme öffentlich bekannt, dass Ellen Morgan in KĂŒrze ihr Coming-out haben wird. Vier Tage spĂ€ter, am 7. MĂ€rz 1997, starteten die Dreharbeiten.cite-ref-6[5]
Schreibprozess
Sylvia Green, die von der vierten bis fĂŒnften Staffel an der Produktion der Serie beteiligt war, schilderte in einem Artikel der Huffpost aus dem Jahr 2017 den inhaltlichen Aufbau der Folge. Da die Zuschauer mit Ellen Morgan MitgefĂŒhl haben und ihrem Selbstfindungsprozess mit Spannung folgen sollten, entschieden sich die Autoren dazu, die Figur nicht sofort erkennen zu lassen, dass sie eigentlich homosexuell ist. Stattdessen sollte Susan, die von Gastdarstellerin Laura Dern verkörperte Figur, der Auslöser fĂŒr Ellen Morgans Selbstkenntnis sein. Deswegen wurde auch der Charakter Richard in die Episode mit eingebaut, da die Zuschauer nicht denken sollten, dass Ellen Morgan nur deshalb lesbisch ist, weil sie keinen Mann findet. Zudem wollten Verantwortliche von Disney, dass genau dargestellt wird, warum die Figur nicht schon frĂŒher zu ihrer sexuellen Neigung stand, sondern diese unterdrĂŒckte. Laut Green zeigte DeGeneres den Autoren der Folge von ihr selbst verfasste, handgeschriebene Dialoge, die Ellen Morgans Angst vor Reaktionen ihres Umfelds auf ihr Outing zum Thema hatten. Diese Dialoge wurden von dem Autorenstab in den Therapie- sowie Flughafenszenen verwendet. Zudem sei es DeGeneresâ Idee gewesen, ihre Figur aus Versehen in die PA-Anlage sprechen zu lassen und somit den gesamten Flughafen ĂŒber ihre HomosexualitĂ€t zu informieren. Neben den vier Hauptautoren, die das Drehbuch verfassten, hĂ€tten zehn weitere Mitarbeiter sowie DeGeneresâ Bruder Vance Ideen fĂŒr das Skript eingebracht. Zwei dieser Beteiligten, Ellen Idelson und Rob Lotterstein, hĂ€tten ohne Aufforderung oder RĂŒcksprache mit den anderen Autoren eine neue Eröffnungssequenz verfasst, die schlieĂlich in der Endfassung auch verwendet wurde. Laut Green wurden die Szenen mit DeGeneres und Dern mehrmals umgeschrieben, die Ăhnlichkeit der beiden Figuren wurde besonders betont, um Ellen Morgans Leugnung ihrer offensichtlichen HomosexualitĂ€t im Hotelzimmer noch komischer darzustellen. Zudem wurde nach einem Vorschlag von der Episodenautorin und Produzentin Dava Savel eine Szene so verĂ€ndert, dass die von Oprah Winfrey dargestellte Therapeutin Ellen Morgan versichert, ihre HomosexualitĂ€t sei vollkommen in Ordnung. DeGeneres bat ihren Schauspielkollegen Patrick Bristow, der den homosexuellen Nachbarn Peter der Hauptfigur darstellte, Erfahrungen mit seinem eigenen Coming-out in jungen Jahren zu schildern, was als Inspiration fĂŒr ein GesprĂ€ch zwischen den beiden Figuren vor Ellen Morgans Outing diente. FĂŒr die Schlussszene, in der die Hauptfigur mit ihren Freunden in einem lesbischen CafĂ© sitzt, wurden ausschlieĂlich lesbische Statistinnen besetzt, hauptsĂ€chlich Angehörige oder Bekannte des Mitarbeiterstabs. DeGeneres kommentierte gegenĂŒber den Autoren, sie wolle den Zuschauern so verdeutlichen, dass nicht alle lesbischen Frauen dem maskulinen Stereotyp entsprechen. Green hatte die Idee fĂŒr den in der Inhaltsangabe beschriebenen âToaster-Gagâ, da sie ein groĂer Fan von Melissa Etheridge gewesen sei und ihr einen Auftritt in der Episode ermöglichen wollte.cite-ref-7-7-0[6]
Hinweise und Anspielungen von DeGeneres
DeGeneres, die nicht nur Hauptdarstellerin, sondern oft auch Mitglied des Autorenstabs war, platzierte in einigen Folgen der vierten Staffel Hinweise auf das bevorstehende Coming-out. Beispielsweise tritt ihre Figur in einer Folge aus einem Schrank heraus (eine Anspielung auf das englische Coming out of the closet, eine umgangssprachliche Bezeichnung fĂŒr ein Coming-out). AuĂerdem behauptete sie, ihre Figur wĂ€re Libanesin (engl. lebanese, was in der amerikanischen Popkultur oft scherzhaft mit lesbian verwechselt wird) oder dass es einen neuen Charakter namens âLes Bianâ geben werde. Zudem kĂŒsste sie im wahren Leben Anfang 1997 im Los Angeles Gay and Lesbian Center die offen lesbische SĂ€ngerin k.d. lang (die einen Gastauftritt in Das Outing hatte), als sie dieser einen Preis ĂŒberreichte.cite-ref-8[7] Am 14. April 1997 hatte DeGeneres ihr Coming-out im Nachrichtenmagazin Time, auf dessen Cover ein Foto von ihr selbst und die Worte âYep, Iâm Gayâ zu sehen waren. Das Magazin hatte den Redakteur Bruce Handy damit beauftragt, vor der eigentlichen Premiere der Folge einen Leitartikel ĂŒber DeGeneres zu erstellen und sie zu interviewen, um noch vor der Ausstrahlung die Ăffentlichkeit endgĂŒltig darĂŒber aufzuklĂ€ren, ob sie selbst oder lediglich ihre Figur Ellen Morgan lesbisch ist.cite-ref-9[8]
In der Episode selbst wird ebenfalls auf diese Hinweise auf das bevorstehende Coming-out und das dadurch verursachte Medienecho angespielt. Unter anderem sagen ihre Freunde zu ihr, sie solle aufhören sich zu verstecken und endlich rauskommen (im Originalton âYeah, quit jerking us around and come out already!â).cite-ref-10[9] Zudem prognostiziert ihre Therapeutin, dass sie, wenn sie sich nicht outet, immer hĂ€ufiger TrĂ€ume haben wird, die sie auch begleiten werden, wenn sie wach ist und schlieĂlich irgendwann nerven (im Originalton âIf you keep this to yourself, youâre just gonna continue to have these dreams, and then itâs going to start showing up in your waking life, and these little clues, they get more and more obvious and eventually tiresomeâ). AuĂerdem könne sie ihre Angst vor einem Coming-out nicht auf die Medien schieben.cite-ref-11[10]
Veröffentlichung
Als die Folge am 30. April 1997 in den USA erstmals ausgestrahlt wurde, wurde sie von 42 Millionen Zuschauern gesehen und war damit die Episode der Serie mit den bis dahin höchsten Einschaltquoten.cite-ref-12[11] Im Studiopublikum, vor dem die Folge live aufgezeichnet wurde, befanden sich mehrere Prominente, unter anderem die SÀnger George Michael, Tracy Chapman und Macy Gray.cite-ref-6-13-0[12]
In Deutschland wurde Das Outing wie die restlichen Folgen der vierten Staffel auf RTL erstausgestrahlt. Anders als in den Vereinigten Staaten war die Doppelepisode an zwei verschiedenen Tagen, nĂ€mlich am 28. und 29. April 1998, das erste Mal zu sehen.cite-ref-5-14-0[13]cite-ref-15[14] In Ăsterreich wurde die Folge erstmals am 11. Januar 2000 auf ORF eins ausgestrahlt.cite-ref-5-14-1[13]
Am 26. September 2006 wurde die gesamte vierte Staffel der Serie und somit auch Das Outing von A+E Networks auf DVD veröffentlicht, allerdings sind alle Episoden nur im englischen Originalton abspielbar.cite-ref-16[15] Am 11. Oktober 2017 stellte der Streamingdienst Hulu die gesamte Serie anlĂ€sslich des Coming Out Day zur VerfĂŒgung.cite-ref-17[16]
Rezeption
Ăffentliche Reaktionen vor der geplanten Ausstrahlung
Positiv
Bereits im September 1996 waren Informationen ĂŒber die Verhandlungen an die Ăffentlichkeit gelangt, die sich daraufhin fragte, ob Ellen Morgan, Ellen DeGeneres oder beide ihr Coming-out haben wĂŒrden.cite-ref-0-4-3[3] Die Gay and Lesbian Alliance Against Defamation startete die Kampagne âLet Ellen Out!â sowie eine Website âEllen Watchâ, als sie von den angeblichen Verhandlungen erfuhr.cite-ref-1-18-0[17]
Kurz nach der AnkĂŒndigung der Episode bekam der Sender etliche Anfragen von Prominenten, die in der entsprechenden Folge in einem Gastauftritt mitspielen wollten. Laut Mark Driscoll, einem der Autoren und Produzenten der Episode, rĂŒhrte dieser Wunsch daher, dass die Betroffenen von der GeschichtstrĂ€chtigkeit der Folge ĂŒberzeugt waren, vor allem, nachdem Oprah Winfrey sich bereit erklĂ€rt hatte, an der Episode mitzuwirken.cite-ref-03-5-1[4] Dava Savel, eine Produzentin der Serie und Autorin der Folge, erinnerte sich spĂ€ter, dass aufgrund der hohen Anzahl an Nachfragen nicht alle Personen, die um einen Gastauftritt baten, auch einen bekamen. So wurden unter anderem Cameos von Woody Harrelson und Mick Jagger abgelehnt, da im Drehbuch schlichtweg âkein Platz mehrâ vorhanden gewesen sei.cite-ref-6-13-1[12] Eine Gastrolle von Greg Louganis, einem offen homosexuellen Wasserspringer, scheiterte aufgrund anderweitiger Verpflichtungen des Sportlers.cite-ref-7-7-1[6]
Negativ
Allerdings gab es nach der AnkĂŒndigung von ABC auch negative Reaktionen auf die geplante Episode. Mark Driscoll wurde von einem Unbekannten angerufen, der ihm sagte, er kĂ€me in die Hölle. ABC erhielt mehrere Bombendrohungencite-ref-03-5-2[4] und DeGeneres wurde auf ihrem Weg zur Arbeit von einem âverdĂ€chtigenâ Fahrzeug verfolgt. Zudem spekulierten einige Mitglieder der Unterhaltungsindustrie, dass das vermeintliche Coming-out lediglich ein Trick der Produzenten war, um die Quoten zu steigern. Ellen DeGeneres Ă€uĂerte sich zu diesen Spekulationen erst im Jahr 2005, also acht Jahre spĂ€ter, gegenĂŒber Kathleen Tracy mit den Worten âIch habe es nur fĂŒr mich getan, da ich egoistisch bin und der Meinung war, dass die Show dringend einen Standpunkt brauchteâ.cite-ref-19[Anm. 2]cite-ref-20[18]
Rechts-konservative Gruppierungen wie die American Family Association ĂŒbten vor der eigentlichen Premiere von Das Outing Druck auf ABC aus und forderten den Sender auf, die Folge nicht auszustrahlen. Dieser kam der Forderung nicht nach. J. C. Penney und Chrysler, die die Serie gelegentlich sponserten, kauften fĂŒr die Episode keine Werbezeit, weitere Sponsoren, unter anderem die Fastfood-Kette Wendyâs, kĂŒndigten an, die Sendung gar nicht mehr zu finanzieren.cite-ref-3-21-0[19] Trotz des Verlustes der Sponsoren lehnte ABC zwei LGBT-freundliche Geldgeber ab, die Human Rights Campaign und Olivia Cruises, einen Reiseveranstalter fĂŒr lesbische Frauen.cite-ref-2-22-0[20]
Jerry Falwell, ein in den Vereinigten Staaten bekannter konservativer Prediger, nannte die Hauptdarstellerin DeGeneres einen Tag nach ihrem öffentlichen Coming-out âEllen DeGenerateâ, diese erwiderte, sie höre das seit der vierten Klasse und sei froh, ihm Arbeit verschafft zu haben.cite-ref-23[21]
Reaktionen am Tag der Ausstrahlung
Positiv
Die Gay and Lesbian Alliance Against Defamation organisierte am Tag der US-Erstausstrahlung im ganzen Land Partys mit dem Motto âCome Out With Ellenâ,cite-ref-1-18-1[17] wĂ€hrend die Human Rights Campaign Boxen mit dem Label âEllen Coming Out House Partyâ erstellte. Diese beinhalteten Party-Einladungen und -Poster sowie ein Quiz-Brettspiel mit Fragen zu DeGeneres. Von diesen Boxen wurden 300 StĂŒck produziert, aufgrund der groĂen Nachfragen allerdings letztlich 3000 verkauft.cite-ref-2-22-1[20]
Ray Richmond schrieb in Variety, dass die Folge aufgrund der monatelangen Berichterstattung in den Medien schlussendlich eine âsĂŒĂliche EnttĂ€uschungâ hĂ€tte werden können. Allerdings sei es den Autoren der Folge zu verdanken, dass die Episode, im Gegensatz zu vielen Sitcom-Folgen, die ernstere Themen behandeln, weder schwerfĂ€llig noch langatmig, sondern die lustigste und berĂŒhrendste Episode der gesamten Serie sei. Ferner lobte er den Folgenregisseur Gil Junger und die Produzenten, da sie es vermieden, den Zuschauer âmissionierenâ zu wollen und sich auch nicht irgendwelcher politischer Soapboxes bedienten. Lobenswert sei auch die Tatsache, dass die Episode weder die religiöse Rechte kritisiere noch HomosexualitĂ€t als populĂ€ren Lebensstil darstelle, der von so vielen Personen wie möglich gepflegt werden sollte. Die Autoren, der Regisseur und die Produzenten hĂ€tten somit die richtige Entscheidung getroffen, da es fĂŒr eine Sitcom-Folge mit einem ernsten Hintergrund das Beste sei, das betreffende Thema nicht allzu ernsthaft zu behandeln. Jedoch behauptete Richmond, dass es etwas enttĂ€uschend sei, wenn ABC eine Privatangelegenheit wie die SexualitĂ€t der Hauptdarstellerin zur Quotensteigerung nutze. Zudem könnte manchen Zuschauern die Tatsache missfallen, dass sich Ellen und Susan bis auf eine Umarmung körperlich nicht nĂ€her kommen. Auch sei es unglaubwĂŒrdig, dass eine 35-JĂ€hrige plötzlich ihre wahre SexualitĂ€t erahnt, nur weil sie eine kurze Unterhaltung mit Laura Dern gefĂŒhrt hat. Trotzdem sei Das Outing eine wichtige Episode und DeGeneresâ Mut bemerkenswert.cite-ref-12-24-0[22]
Im Vereinigten Königreich stieĂ die Folge ebenfalls auf eine relativ positive Resonanz und sicherte Channel 4, dem ausstrahlenden Sender, sehr gute Einschaltquoten. Um diesen Erfolg zu feiern, finanzierten der Kanal und Graham Norton, ein offen homosexueller Moderator, DeGeneres und ihrer Familie einen Flug nach London, wo fĂŒr sie eine Feier abgehalten wurde. Channel 4 widmete am Tag der Ausstrahlung der LGBT-Gemeinschaft zudem einen ganzen Themenabend, der Coming Out Night genannt wurde. DeGeneres bedankte sich bei den GLAAD Media Awards im Jahr 1999 öffentlich bei Norton und Channel 4 fĂŒr die Feier, da es ihr viel bedeute, die bedingungslose UnterstĂŒtzung eines Senders zu erhalten.cite-ref-25[23]
Negativ
WBMA-LP, ein ABC-Affiliate aus Birmingham in Alabama, verlangte, dass die Folge nicht zur Hauptsendezeit ausgestrahlt, sondern auf einen nĂ€chtlichen Sendeplatz verlegt werden soll. Als ABC dies ablehnte, weigerte sich WBMA-LP, die Episode auszustrahlen.cite-ref-4-26-0[24] Eine lokale LGBT-Organisation, die Pride Birmingham, mietete schlieĂlich ein 5000 SitzplĂ€tze umfassendes Kino, in dem die Episode am 30. April 1997 per SatellitenĂŒbertragung von ungefĂ€hr 1000 Personen angesehen wurde.cite-ref-3-21-1[19] In der Stadt Abilene wurde der texanische Affiliate von ABC, KTXS-TV, per Petition von einigen BĂŒrgern ebenfalls aufgefordert, die Folge nicht zu senden, diese Petition war allerdings letztlich erfolglos.cite-ref-4-26-1[24]
DeGeneres selbst war am Tag der Ausstrahlung mit ihrer damaligen LebensgefÀhrtin Anne Heche zu Gast in der Oprah Winfrey Show und bekam dort von StudiogÀsten sowohl Zuspruch als auch homophobe Kritik zu hören.cite-ref-27[25]
Rezeption nach der Ausstrahlung
Die Episode wurde von LGBT-Organisationen vielfach gelobt, laut GLAAD ebnete sie den Weg fĂŒr Serien, die sich explizit mit dem Thema HomosexualitĂ€t befassen, unter anderem Will & Grace, The L Word â Wenn Frauen Frauen lieben und Ugly Betty. Zudem wurde von GLAAD die These aufgestellt, dass Serien wie Ellen dabei helfen, die gesellschaftlichen Vorurteile gegenĂŒber Menschen, die sich als LGBT identifizieren, schrittweise zu beseitigen.cite-ref-1-18-2[17]
Daniel DâAddario schrieb in der Time, dass Ellen, wie in der Episode mehrmals betont wird, auch nach ihrem Coming-out normal bleibt und die Folge auch deshalb ihrer Zeit weit voraus war, da Ellen DeGeneres gegenwĂ€rtig âdas wahrscheinlich perfekteste Beispiel fĂŒr die amerikanische Vorstellung von NormalitĂ€tâcite-ref-28[Anm. 3] sei. Laut DâAddario habe DeGeneresâ Coming-out in der Serie einen Wandel eingeleitet, da es direkt und undramatisch gewesen sei und daher einen neuen Ton fĂŒr private Outings angab. Zudem hĂ€tten nach DeGeneresâ persönlicher AnkĂŒndigung darauffolgende Coming-outs von Prominenten nicht mehr so angespannt gewirkt. DâAddario bemerkte zudem, dass Ellen Morgans anfĂ€ngliche Schwierigkeiten mit ihrer neuen Selbstkenntnis nachvollziehbar fĂŒr diejenigen seien, deren Coming-out prekĂ€r und mĂŒhsam war. DâAddario kam letztlich zu dem Schluss, dass Das Outing im Jahr 2017 einen Einblick in das Leben einer Person gewĂ€hrt, die ihre innere Unsicherheit offen darlegt und auf eine Art und Weise nach den richtigen Worten sucht, die aufrichtiger sei als vieles andere, was im Fernsehen zu sehen ist, weswegen es gut wĂ€re, wenn Ă€hnliche Figuren öfter in Fernsehserien vorkommen wĂŒrden.cite-ref-29[26]
Jaime DomĂnguez, ein Redakteur der spanischen Website Fotogramas, wĂŒrdigte Das Outing als Meilenstein der amerikanischen LGBT-Bewegung. Er hob dabei vor allem die erfolgreiche Medienkampagne vor der Ausstrahlung hervor, aufgrund der die Folge sehr hohe Zuschauerzahlen gehabt hĂ€tte. Zudem hĂ€tte DeGeneresâ Coming-out einen groĂen Einfluss auf US-amerikanische Fernsehserien gehabt, da vorher LGBT-Charaktere in diesen Ă€uĂerst selten vorkamen. Mit der Ausstrahlung der Episode sei die seit Anfang der 1990er Jahre gefĂŒhrte Debatte ĂŒber die Notwendigkeit von LGBT-Sichtbarkeit in der Popkultur beendet worden. DomĂnguez behauptete, anhand von aktuellen Serien wie Sense8 und Transparent lieĂe sich erkennen, dass die Darstellung von nicht-heterosexuellen Charakteren im Fernsehen mittlerweile zur NormalitĂ€t gehöre, weswegen sich auch die öffentliche Akzeptanz gegenĂŒber anderen SexualitĂ€ten als der HeterosexualitĂ€t vergröĂert habe, obgleich viele dieser Figuren aufgrund ihres stereotypen Verhaltens umstritten seien. Ferner lobte er DeGeneres, da sie es mit viel Humor geschafft habe, eine groĂe Anzahl von Menschen anzusprechen, weswegen sie heutzutage als âIkoneâ gelte.cite-ref-30[27]
Tessa Ham schrieb in einem Artikel auf der niederlĂ€ndischen Internetseite Ondertussen, dass Das Outing zwar nicht der einzige Grund fĂŒr die immer gröĂer werdende Toleranz gegenĂŒber LGBT-Personen gewesen sei, da im Laufe der Jahre ein kultureller Wandel stattgefunden hĂ€tte und es immer mehr politische Aktivisten gĂ€be, die sich fĂŒr sexuelle Minderheiten einsetzen. Allerdings ermöglichte es DeGeneres laut Ham durch ihr Coming-out in der Episode, mit dem Thema HomosexualitĂ€t offener umzugehen. Ham berief sich dabei auf eine Umfrage in den Vereinigten Staaten, bei der die Probanden Programme aufzĂ€hlen sollten, die ihre Meinung ĂŒber LGBT-Personen zum Positiven geĂ€ndert haben. DeGeneresâ Talkshow wurde vor Modern Family und The Fosters am hĂ€ufigsten genannt. Ham lobte die Tatsache, dass immer mehr LGBT-Charaktere in bedeutenden Rollen in Fernsehserien vorkommen und erwĂ€hnte unter anderem How to Get Away with Murder und Orphan Black, kritisierte zugleich aber die Tatsache, dass in vielen Filmen und Fernsehserien schwule MĂ€nner lediglich eingesetzt werden, um die Zuschauer durch klischeehaftes Benehmen zu belustigen. Zudem wĂŒrden lesbische Figuren viel seltener vorkommen und oftmals als Sexobjekt dienen. Auch deshalb sei DeGeneresâ heutige MedienprĂ€senz so wichtig, da ihr entspannter Umgang mit ihrer eigenen sexuellen Neigung und ihr sympathisches Verhalten zur Normalisierung von HomosexualitĂ€t beitrage.cite-ref-31[28]
Laut Daniel Fienberg von The Hollywood Reporter sind zwar einige Details der Folge nicht mehr wirklich zeitgemĂ€Ă, beispielsweise die Anspielungen auf Sling Blade â Auf Messers Schneide, Jerry Maguire â Spiel des Lebens und Bound â Gefesselt sowie die Cameo-Auftritte von Billy Bob Thornton und Dwight Yoakam. Zudem erwĂ€hnte Fienberg, dass in der heutigen Zeit bestimmte Gruppierungen immer noch gegen homosexuelle Figuren protestieren wĂŒrden, auĂerdem hĂ€tten Fernsehserien mit einer nicht-heterosexuellen Hauptfigur Schwierigkeiten, den Markt wirklich zu erobern, was sich am Beispiel von The Real OâNeals erkennen lieĂe. Dies Ă€ndere aber nichts an der Tatsache, dass der Inhalt der Episode selbst zeitlos und die Folge groĂartig sei. Fienberg lobte dabei die realistische Darstellung einer Frau, die sich erst allmĂ€hlich ihrer wahren SexualitĂ€t bewusst wird, die Darsteller, insbesondere DeGeneres, Winfrey und Dern sowie die Drehbuchautoren, deren SĂ€tze er nach ĂŒber 15 Jahren noch im GedĂ€chtnis hĂ€tte. Daher sei die Episode auch im Jahr 2017 lustig und in ihrer Botschaft kraftvoll.cite-ref-32[29]
In einem Artikel im Guardian schrieb Rebecca Nicholson, dass Das Outing zwar eine groĂe Rolle dabei spielte, LGBT-Personen im Fernsehen sichtbar zu machen, und nannte in dem Zusammenhang mehrere erfolgreiche Serien, die nach Ellen kreiert wurden und in denen es explizit um LGBT-Themen geht, unter anderem Queer as Folk und RuPaulâs Drag Race. Allerdings bemerkte Nicholson, dass, obwohl nicht-heterosexuelle Figuren in vielen bei Zuschauern beliebten Programmen wie beispielsweise Game of Thrones und The Walking Dead durchaus in Nebenrollen vorkommen, in der groĂen Mehrheit der Fernsehserien heterosexuelle Hauptfiguren zu sehen sind. Allerdings seien Streaming-Serien in diesem Punkt fortschrittlicher, da in einigen von ihnen die SexualitĂ€t von Hauptcharakteren offen behandelt wird, Nicholson nannte als bekannteste Beispiele The Handmaidâs Tale â Der Report der Magd und Orange Is the New Black. Nicholson schloss ihren Artikel mit den Worten, dass sich seit Das Outing bezĂŒglich LGBT-ReprĂ€sentation in Serien vieles zum Besseren geĂ€ndert hat, sich allerdings auch noch mehr Ă€ndern könnte.cite-ref-33[30]
Auszeichnungen
Am 14. September 1997 erhielten die Autoren und Ellen DeGeneres einen Emmy in der Kategorie Bestes Drehbuch einer Comedyserie, zudem wurde Kris Trexler in der Kategorie Bester Schnitt einer Multikamera-Serie ausgezeichnet. Der Episodenregisseur Gil Junger und Laura Dern wurden zudem in den Sparten Beste Regie einer Comedyserie und Beste Gastdarstellerin in einer Comedyserie nominiert.cite-ref-34[31]
Junger wurde am 7. MĂ€rz 1998 fĂŒr einen Directors Guild of America Award in der Kategorie Beste Regie einer Comedyserie nominiert. Das Autorenteam der Episode wurde fĂŒr einen Writers Guild of America Award in der Kategorie Bestes Drehbuch einer Comedyserie nominiert. In beiden FĂ€llen musste man sich Episoden der Sitcom Seinfeld geschlagen geben.cite-ref-35[32]
Im selben Jahr erhielt DeGeneres bei den GLAAD Media Awards den Stephen F. Kolzak Award. Dieser Sonderpreis wird an LGBT-Personen des öffentlichen Lebens verliehen, die sich gegen Homophobie in der Unterhaltungsindustrie einsetzen.cite-ref-0-4-4[3] Ferner wurde ABC fĂŒr die Produktion der Folge mit einem Peabody Award in der Kategorie Area of Excellence ausgezeichnet. Als BegrĂŒndung wurden die âauĂergewöhnlichenâ Leistungen der Darsteller, Produzenten und Autoren genannt. Die Folge sei zugleich âurkomisch und aufrichtigâ, die Schauspieler âexzellentâ, die Aufdeckung von Ellen Morgans Geheimnis âeinfallsreich, originell und liebenswertâ. FĂŒr âmutige und clevere Comedy mit historischer Bedeutungâ verleihe man daher der Folge den Preis.cite-ref-36[33]
Zukunft der Serie und der Beteiligten
Warnhinweise der fĂŒnften Staffel
ABC entschied sich dazu, die Folgen der fĂŒnften Staffel mit dem Hinweis auszustrahlen, dass manche Inhalte der Serie fĂŒr jĂŒngere Kinder ungeeignet sein könnten. In den vorherigen Staffeln war diese Warnung nicht zu sehen. DeGeneres reagierte verĂ€rgert auf die Ănderung, in einem Interview mit Entertainment Weekly verglich sie den Hinweis mit den âDurchsagen, die man in einem Atomkraftwerk hörtâ. Daher hĂ€tte sich dieser Hinweis negativ auf die Zuschauerzahlen ausgewirkt.cite-ref-38[Anm. 4] Ferner verwies sie auf Drew Carey Show und Chaos City. In diesen ABC-Serien kĂŒssten sich in jeweils einer Episode zwei MĂ€nner, allerdings wurden bei den betreffenden Folgen keine Alterswarnungen gezeigt. DeGeneres mutmaĂte, dass es keine Warnhinweise gab, da bei ersterer Serie die entsprechende Szene einen humoristischen, HeterosexualitĂ€t parodierenden Hintergrund gehabt hĂ€tte, bei zweiterer seien die betreffenden Darsteller Michael J. Fox und Michael Boatman im wahren Leben nicht homosexuell.cite-ref-39[35]
Neue Ausrichtung und Ende der Serie
Die restlichen Folgen der Serie behandelten neben der Reaktion ihrer Eltern auf das Coming-out sowie der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle vor allem das neue, homosexuelle Liebesleben Ellen Morgans und ihre neuen Erkenntnisse ĂŒber die LGBT-Gemeinschaft. Diese neuen HandlungsstrĂ€nge wurden unter anderem von Chaz Bono kritisiert. Bono prĂ€sentiere sich damals noch als lesbische Frau und arbeitete in der Medien-Direktion von GLAAD. Er sagte gegenĂŒber Variety âEllen ist so homosexuell, dass ein groĂer Teil unserer Gemeinschaft ausgeschlossen wird. Vieles davon ist eher ein Insider-Witz. Es ist eine Sache, eine homosexuelle Hauptfigur zu haben, aber es ist etwas anderes, wenn jede Folge konkret von homosexuellen Themen handelt. (âŠ) Wenn eine Sendung wieder und wieder HomosexualitĂ€t behandelt, wird sie zu einer gay show, und der durchschnittliche Zuschauer sieht sie sich nicht mehr anâ.cite-ref-40[Anm. 5]cite-ref-41[36] Nachdem einige Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft diese Aussagen als homophob deuteten, veröffentlichte GLAAD eine Stellungnahme. Bono sei falsch verstanden worden und hĂ€tte nicht gesagt, dass die Serie zu lesbisch sei, sondern lediglich eine Theorie aufgestellt, warum Ellen bei den Zuschauern nicht mehr so erfolgreich sei.cite-ref-42[37]
TatsĂ€chlich sank die durchschnittliche Quote der fĂŒnften Staffel im Vergleich zu den Vorjahren erheblich. Lag der Durchschnitt bei der drittencite-ref-43[38] und viertencite-ref-44[39] Staffel bei ungefĂ€hr 17 Millionen Zuschauern, so sahen sich die fĂŒnfte Staffel im Schnitt zwölf Millionen Menschen an.cite-ref-45[40] Zudem gestaltete sich die Finanzierung aufgrund der zurĂŒckgezogenen Sponsoren schwierig. Die Sendung wurde schlieĂlich nach der fĂŒnften Staffel aufgrund dieser sinkenden Einschaltquoten eingestellt.cite-ref-46[41]
DeGeneresâ vorĂŒbergehendes Tief
Nach dem Ende ihrer Serie hatte DeGeneres zunĂ€chst groĂe Schwierigkeiten, weiterhin erfolgreich in der Unterhaltungsbranche tĂ€tig zu sein. Sie erhielt kaum neue Angebote als Schauspielerin, was neben ihrem Coming-out wahrscheinlich auch am Misserfolg des Films Mr. Wrong â Der Traummann wird zum Alptraum aus dem Jahr 1996 lag, in dem DeGeneres die Hauptrolle spielte. Dieser wurde von Kritikern verrissen,cite-ref-47[42]cite-ref-48[43]cite-ref-49[44] DeGeneres erhielt fĂŒr ihre Leistung eine Nominierung in der Kategorie Schlechtester Newcomer bei den Razzie Awards. Da sie lediglich in kleineren Nebenrollen bei den Produktionen Dr. Dolittle, EDtv, Goodbye Lover und Der Liebesbrief sowie in einer Episode von VerrĂŒckt nach dir mitwirkte, fokussierte sie sich zunĂ€chst wieder auf Stand-up-Comedy, mit der sie am Anfang ihrer Karriere einem breiteren Publikum bekannt wurde. Sie tourte von den Jahren 1998 bis 2001 mit verschiedenen Comedy-Programmen durch die Vereinigten Staaten.cite-ref-50[45] In dieser Zeit wurde ihre Beziehung zu Anne Heche (die nach dem Bekanntgeben ihrer Verbindung mit DeGeneres ebenfalls Probleme hatte, neue Rollen zu finden) in diversen Boulevardzeitungen intensiv behandelt, was beide Frauen belastete. Im Jahr 2000 fĂŒhrte Heche bei einem Segment des Fernsehfilms Women Love Women Regie, in dem DeGeneres und Sharon Stone die Hauptrollen spielten. Einige Monate spĂ€ter trennte sich das Paar.cite-ref-51[46]
DeGeneresâ Comeback
Im Jahr 2001 spielte sie in der kurzlebigen Fernsehserie The Ellen Show erneut eine (diesmal von Anfang an offen lesbische) Hauptrolle.cite-ref-52[47] Im selben Jahr moderierte sie im November die Emmy-Verleihung. Das Saalpublikum reagierte auf ihre Moderation der Show, die kurz nach den AnschlĂ€gen vom 11. September stattfand, mehrmals mit Beifall.cite-ref-53[48] Im Jahr 2003 bekam DeGeneres eine Anfrage von Andrew Stanton. Dieser bat sie, die Hauptfigur Dory in seinem neuen Animationsfilm Findet Nemo zu sprechen, da er ihre Stimme und Sprechweise beim Verfassen der Dialoge im Kopf gehabt hĂ€tte.cite-ref-54[Anm. 6] Kritiker bewerteten den Film mehrheitlich sehr positiv und hoben dabei unter anderem die Leistung der Hauptsprecherin hervor. FĂŒr ihre Rolle als Dory erhielt DeGeneres einen Annie Awardcite-ref-55[49] und einen Kids Choice Awardcite-ref-56[50] in der Kategorie Bester Sprecher in einem animierten Spielfilm sowie einen Saturn Award in der Kategorie Beste Nebendarstellerin. Von 2003 bis 2022cite-ref-57[51] moderierte DeGeneres mit The Ellen DeGeneres Show ihre eigene Talkshow,cite-ref-58[52] die 61 Emmys gewanncite-ref-59[53] und ĂŒber 3200 Folgen umfasste.cite-ref-60[54] Nach einer Beziehung mit der Schauspielerin Alexandra Hedison in den Jahren 2000 bis 2004cite-ref-61[55] lernte DeGeneres Portia de Rossi kennen, mit der sie seit dem 16. August 2008 verheiratet ist.cite-ref-62[56] DeGeneres sagte spĂ€ter ĂŒber die Folge: âSie war ein riesiger Schritt in meinem Leben. Ich denke, man hat die Ehrlichkeit, die in ihr steckte, gespĂŒrt. Ich glaube, dass sie vielen Menschen geholfen hat, und ich höre immer noch von Personen, denen durch die Sendung ermöglicht wurde, ein ehrliches GesprĂ€ch mit ihren Eltern zu fĂŒhren. Das ist es, was das Fernsehen letztendlich ausmacht: Es kann GesprĂ€che anstoĂenâ.cite-ref-63[Anm. 7]cite-ref-03-5-3[4]
Wiedersehen der Beteiligten
Laura Dern, die in der Folge die offen lesbische Susan spielt, offenbarte in einem Interview mit DeGeneres in ihrer Talkshow aus dem Jahr 2017 anlĂ€sslich des zwanzigjĂ€hrigen JubilĂ€ums von Das Outing, dass sie nach Ausstrahlung der Folge eineinhalb Jahre lang keine Rollenangebote mehr bekam. Nichtsdestotrotz sei sie fĂŒr die âauĂergewöhnliche Erfahrung und die Möglichkeit, an der Episode mitzuwirken, dankbarâ. Oprah Winfrey war an dem Tag ebenfalls zu Gast bei DeGeneres und erinnerte sich, dass sie nach ihrem Auftritt in Das Outing mehr negative Briefe und Anrufe, vor allem rassistischer Art, erhielt als in ihrer gesamten bisherigen Karriere. Winfrey sagte, dass sie ungeachtet möglicher Kritik in der Folge mitspielte, um DeGeneres zu unterstĂŒtzen, und lobte deren Ehrlichkeit und Mut. Zudem lud DeGeneres die damaligen Castmitglieder Joely Fisher, David Anthony Higgins und Clea Lewis ein, die eine Torte mitbrachten, die die Form des Time-Titelbildes (siehe Abschnitt Produktion) hatte. Fisher bezeichnete Das Outing als âunglaubliches Geschenkâ, Lewis nannte die Dreharbeiten âaufregend und ein wenig beĂ€ngstigendâ, da am Set SprengstoffspĂŒrhunde anwesend waren, laut Higgins wurde die Serie nach der AnkĂŒndigung von ABC zum âMittelpunkt des homosexuellen Universumsâ.cite-ref-64[Anm. 8]cite-ref-65[57]
Anmerkungen
cite-note-1Anm. 1. â In der Folge wird als Running Gag erwĂ€hnt, dass jede Lesbe nach einer bestimmten Anzahl von ârekrutiertenâ Frauen vom âHauptquartierâ einen Toaster als Belohnung erhĂ€lt.
cite-note-19Anm. 2. â Originalzitat DeGeneres: âI did it selfishly for myself and because I thought it was a great thing for the show, which desperately needed a point of view.â
cite-note-28Anm. 3. â Originalzitat DâAddario: âSheâs become perhaps the single most potent stand-in for the concept of American normalcy.â
cite-note-38Anm. 4. â Originalzitat DeGeneres: âIt was like this voice like youâre entering some kind of radiation center. You donât think thatâs going to affect ratings?â
cite-note-40Anm. 5. â Originalzitat Bono: âEllen is so gay itâs excluding a large part of our society. A lot of the stuff on it is somewhat of an inside joke. Itâs one thing to have a gay lead character, but itâs another when every episode deals with pretty specific gay issues. (âŠ) When a show treats gay issues over and over again, it becomes âa gay showâ, and the average viewer says, âHey, Iâm not gay â Iâm not going to watch it.ââ
cite-note-54Anm. 6. â Originalzitat DeGeneres: âHe came to me and said âYou have to say yes, because I wrote this for you.ââ
cite-note-63Anm. 7. â Originalzitat DeGeneres: âIt was a huge step in my life. I think people sensed the honesty in it. I think it helped a lot of people, and still to this day I hear about parents and children being able to have an honest conversation through watching that show. Thatâs ultimately what television can be: It can get conversations started.â
cite-note-64Anm. 8. â Originalzitat Higgins: âWord started getting out and it kind of became the center of the gay universe right away.â
Literatur
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Weblinks
Einzelnachweise
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